ai-generated-8407103_1280

Cantata

von Clem Martini
szenische Lesung

Der Stresspegel steigt, wenn das Gleichgewicht der Betreuungsarbeit aus den Fugen gerät. Es entsteht ein Strudel aus Schmerz, Schuld und Hilflosigkeit, der einen in die Tiefe zu reißen droht.

Nachdem bei Dennis im Teenageralter Schizophrenie diagnostiziert wurde, zog er wieder bei seiner Mutter Irene ein, damit sie sich um ihn kümmern konnte. Sein jüngerer Bruder Martin war immer zur Stelle, wenn es um kleinere oder größere Krisen ging.
Als Dennis 60 Jahre alt wird, stellt sich immer deutlicher heraus, dass Irene, die inzwischen Ende 90 ist, mehr und mehr mit Demenz zu kämpfen hat – und plötzlich werden die Rollen vertauscht. Dennis wird zu ihrem Betreuer, eine Rolle auf die weder er noch sie vorbereitet ist. Martin muss daher zusätzliche Hilfe für seine Mutter, deren allgemeiner Gesundheitszustand immer schlechter wird und seinen Bruder, dessen mentale Verfassung stetig weiter bröckelt, finden. Das bedeutet für Martin wiederum sich mit den Absurditäten des Gesundheitssystems auseinanderzusetzen.

Cantata ist ein erschütternd schöner Bericht über den eskalierenden Kampf einer Familie mit Geisteskrankheit, Demenz und dem Gesundheitssystem. Das Stück erschafft zum einen wirklich erschütternde Momente, ist brutal ehrlich, findet sich dann in ebenso tränenreich schönen Augenblicken wieder, weil sie von so viel Mitgefühl erfüllt sind.

 

mit Brit Bartuschka, Marga Koop, Karl-Heinz Stenz, David Wehr // Musik: Winfried Wrede

Eintritt:
Erwachsene: 25,00 €
Ermäßigt: 14,00 €
das +ticket: 30,00 €

(zzgl. Gebühren im Vorverkauf)

Vorstellungen:

Do 25.04.24 20h00
Fr 26.04.24 20h00