
Terror to go
Ein theatraler Audiowalk
Was ist Terror eigentlich? Eine reale Bedrohung oder bloße Statistik? Und hat der Terror uns schon in der Hand? Wenn wir große Veranstaltungen meiden oder im Zug skeptische Blicke auf andere Fahrgäste werfen. Jeder herrenlose Koffer ein potenzielle Gefahr, jedes fremd klingende Wort ein Verdachtsmoment. Gut, dass wir eh keine Zeit haben, der Angst nachzuhängen. Und trotzdem: das mulmige Gefühl bleibt. Was es bräuchte, ist ein Training. Eine Einführung in all die Dinge, die man wissen müsste, um dem Terror ein Schnippchen zu schlagen.
Das neugegründete „Institut für Zivile Wachsamkeit“ macht’s möglich. In einer kompakten Schulung zeigt es, wie sie sich gegen potenzielle Attacken wappnen können. Auf der Agenda: manövrieren, observieren, Gefahrenquellen aufdecken. In einer geführten Audiotour geht es durch Oldenburg. Hier heißt es, wachsam sein. Die Mitmenschen einmal ganz genau beobachten. Was nach einem harmlosen Plausch aussieht, könnte schließlich auch die Vorbereitung eines Attentats sein. Die Kursleiterin und ein erfahrener Sicherheitsexperte schulen den Blick fürs Detail. Sie gehen den Strategien des Terrors auf den Grund und geben praktische Alltagstipps. Denn wer von uns weiß schon, welcher Platz in einem Café bei einem Anschlag der sicherste ist? Am Ende werden alle ein bisschen schlauer sein.
Terror to go ist eine Performance über die subtile Angst vor dem Terror. Einem Phänomen, das uns allgegenwärtig erscheint, ein mächtiges Medienspektakel, dem wir uns nicht entziehen können. Das Stück führt seine Zuschauer auf den schmalen Pfad zwischen Wachsamkeit und Paranoia, zwischen begründeter Sorge und lähmender Angst. Es schafft Raum für Fragen nach Verantwortung und Handlungsoptionen. Und es lenkt den Blick auf die Wirkungsmechanismen des Terrors und der Medien, die ihn immer professioneller in Szene setzen.
Konzept/Regie/Musik: Winfried Wrede // Konzept/Text/Mediengestaltung: Karl-Heinz Stenz // Videofilm-Performer*innen / Sprecher*innen: Ludwig Drengk, Alexander Goretzki, Robert Klatt, Marga Koop, Olaf Nollmeyer, Jörg Pranger, Karl-Heinz Stenz, Winfried Wrede u.a. // Kostüm: Björn Hotes
Mit: Tina Ahlken, Petra von Bloh, Carola Bührmann, Frank Eden, Helga Friebel, Marga Koop, Leodelest, Karl-Heinz Stenz, Steffi Wahlen, Winfried Wrede
Medienpartner: NWZ
Gefördert von: Niedersächsisches Ministerium für Wissenschaft und Kultur, Stiftung Niedersachsen, Stadt Oldenburg,
Kulturstiftung der Öffentlichen Versicherungen Oldenburg
„Es handelt sich nicht nur um Audioguides, sondern auch Videowalk-Sequenzen und reales Live-Schauspiel – wen das nicht mitnimmt, weiß entweder die künstlerische Hochwertigkeit dieser Performance nicht zu schätzen oder kann mit den kritischen Fragen nicht umgehen.“ (DIABOLO)



